Du sparst beim Einkaufen jeden Cent – während hier vielleicht Hunderte Euro liegen bleiben
Bevor du dich im Alltag einschränkst, würde ich erst die Stellen prüfen, an denen Geld automatisch verschwindet oder liegen bleibt.
Ich glaube, dieser Beitrag könnte ziemlich vielen von euch Geld sparen. Und ich glaube gleichzeitig, dass ein großer Teil trotzdem nichts davon umsetzen wird.
Nicht, weil es kompliziert ist. Sondern weil wir beim Sparen oft komplett falsch anfangen.
Wir stehen im Supermarkt und überlegen, ob wir die Eigenmarke nehmen, weil sie 40 Cent günstiger ist. Wir warten auf Angebote. Wir ärgern uns, wenn der Einkauf plötzlich wieder fünf Euro teurer geworden ist.
Und gleichzeitig gehen jeden Monat vielleicht Kontoführungsgebühren vom Konto ab. Der Energievertrag läuft einfach weiter. Die Krankenkasse wurde noch nie verglichen. Und die Steuererklärung?
Genau das ist der Punkt: Wir sparen meistens dort, wo wir das Geld direkt sehen. Viele der größeren Kosten laufen dagegen einfach im Hintergrund.
Man bekommt nur keine Rechnung dafür.
Angenommen, du könntest bei ein paar laufenden Kosten zusammen nur 30 Euro im Monat sparen.
Das sind 360 Euro im Jahr. Drei Jahre nichts ändern: 1.080 Euro.
Und dafür musst du nicht weniger essen gehen, keinen Urlaub streichen und auch nicht anfangen, jeden Kaffee zuhause vorzubereiten.
Du musst dich im besten Fall einmal vernünftig kümmern.
1. Krankenkasse: Weißt du überhaupt, was du da eigentlich bezahlst?
Wann hast du deine Krankenkasse zuletzt wirklich verglichen?
Nicht die Karte benutzt. Nicht eine Rechnung eingereicht. Verglichen.
Bei ziemlich vielen dürfte die Antwort sein: noch nie. Und das ist sogar nachvollziehbar.
Der Beitrag wird direkt vom Gehalt abgezogen. Du bekommst keine Rechnung, die jeden Monat auf dem Tisch liegt. Die Ausgabe fühlt sich dadurch fast unsichtbar an.
Aber unsichtbar bedeutet nicht automatisch günstig.
Krankenkassen unterscheiden sich beim Zusatzbeitrag, bei Leistungen und auch bei Bonusprogrammen.
Passt meine aktuelle Krankenkasse überhaupt noch zu mir?
Beitrag prüfen
Wenn du wissen willst, wie deine Krankenkasse beim Beitrag dasteht, kannst du das über KassenKompass gegenchecken.
Bonusprogramm prüfen
Wenn dir Bonusprogramme wichtiger sind, gibt es dafür einen separaten Vergleich.
Der billigste Beitrag macht eine Krankenkasse nicht automatisch zur besten. Leistungen und deine persönliche Situation gehören genauso in die Entscheidung.
2. Strom und Gas: Ich verlasse mich nicht darauf, dass ich nächstes Jahr noch daran denke
Energieverträge sind für viele genau einmal interessant: beim Abschluss.
Danach läuft der Vertrag. Der Strom funktioniert. Die Heizung läuft. Der Abschlag wird abgebucht. Thema erledigt.
Ich mache es deshalb für mich ziemlich simpel:
Sobald der Vertrag läuft, kündige ich ihn direkt wieder zum Laufzeitende und setze mir zusätzlich einen Hinweis in den Kalender.
Warum? Weil ich mich kenne.
Wenn ich mir sage: „Darum kümmerst du dich nächstes Jahr“, gibt es nächstes Jahr garantiert etwas Wichtigeres.
Mein simples System
Vertrag abschließen
Ich wähle bewusst eine überschaubare Laufzeit.
Direkt wieder kündigen
Die Kündigung zum Laufzeitende ist dann schon erledigt.
Kalendererinnerung setzen
Damit ich mich nicht auf mein Gedächtnis verlassen muss.
Vor Ablauf neu vergleichen
Dann suche ich wieder nach einem passenden Tarif.
Beim Vergleich würde ich mindestens auf Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist, mögliche Boni und natürlich deinen tatsächlichen Verbrauch schauen.
Der niedrigste Preis auf dem Papier ist nicht automatisch das beste Angebot. Bedingungen mitlesen. Immer.
Vergleich über PREISVERGLEICH.de.
3. Girokonto: Zahlst du für Leistungen, die du gar nicht nutzt?
Das Girokonto ist für mich eines der besten Beispiele.
Viele zahlen 5, 8 oder 10 Euro im Monat einfach weiter. Nicht unbedingt, weil sie bewusst sagen: „Diese Leistungen sind mir das Geld wert.“
Sondern weil das Konto eben schon immer da war.
Die viel wichtigere Frage ist: Was bekommst du dafür tatsächlich?
Wenn ja, kann ein kostenpflichtiges Girokonto völlig sinnvoll sein.
Aber ich glaube, dass sehr viele Menschen eigentlich nur Folgendes brauchen:
Und wenn du dein Girokonto im Grunde nur dafür brauchst, würde ich hinterfragen, warum du jeden Monat dafür bezahlen solltest.
Genau deshalb finde ich C24 für diesen Fall so stark. Wenn du einfach ein modernes Girokonto für den normalen Alltag brauchst und keine besonderen Filial- oder Premium-Leistungen nutzt, ist das kostenlose Konto aus meiner Sicht sehr schwer zu schlagen.
4. Steuererklärung: Geld liegen lassen, weil das Thema nervt
Bei den ersten drei Punkten geht es darum, dass möglicherweise unnötig Geld rausgeht.
Hier geht es darum, dass du möglicherweise Geld gar nicht erst zurückholst.
Die Steuererklärung.
Für viele ungefähr so attraktiv wie Zahnarzt und Keller aufräumen gleichzeitig.
Belege, Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Homeoffice, Werbungskosten – und schon wird das Ganze wieder aufgeschoben.
Nicht jeder bekommt automatisch Geld vom Finanzamt zurück. Ich würde hier niemals irgendeine pauschale Erstattung versprechen.
Wenn du nur deshalb keine Steuererklärung machst, weil du keinen Bock auf den Aufwand hast, würde ich zumindest prüfen, ob du dir das Ganze einfacher machen kannst.
Eine Möglichkeit dafür ist Zasta. Mit Zasta arbeite ich über iPilot zusammen.
Wir laufen für 20 Euro Rabatt irgendeiner Aktion hinterher. Aber bei der Steuererklärung sagen wir: „Och nö.“
Dabei könnte es je nach Situation um deutlich mehr gehen. Nicht garantiert. Aber möglicherweise.
Vier langweilige Entscheidungen können mehr bringen als 100 kleine Spartipps
Du kannst weiterhin Preise im Supermarkt vergleichen, Angebote mitnehmen, Cashback nutzen und Rabattcodes suchen. Mache ich auch.
Aber bevor ich anfange, meinen Alltag wegen zwei Euro hier und drei Euro da einzuschränken, würde ich erstmal die großen, langweiligen Dinge prüfen.
Danach dauerhaft weniger zahlen oder möglicherweise Geld zurückholen.
Vielleicht ist bei dir übrigens alles perfekt
Vielleicht ist dein Energievertrag gut. Vielleicht passt deine Krankenkasse perfekt. Vielleicht lohnt sich dein kostenpflichtiges Girokonto für dich. Vielleicht bringt dir eine Steuererklärung aktuell überhaupt keinen Vorteil.
Dann ist doch alles bestens.
Aber dann weißt du es wenigstens.
Was ich persönlich nicht machen würde: jahrelang einfach davon ausgehen, dass schon alles passen wird.
Denn viele Anbieter müssen dich gar nicht aktiv über den Tisch ziehen. Es reicht vollkommen aus, wenn du dich nicht kümmerst.
Und jetzt kommt der Teil, an dem die meisten aussteigen
Vielleicht hast du beim Lesen gerade an einer Stelle gedacht: „Stimmt. Müsste ich wirklich mal prüfen.“
Und jetzt passiert meistens Folgendes: Tab schließen. Instagram auf. Irgendwas anschauen. Und morgen ist der Gedanke wieder weg.
Mach eins. Fang dort an, wo du gerade am wenigsten Ahnung hast, ob alles passt.
Erst einmal aufhören, unnötig Geld liegen zu lassen.
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